Querdenker - das Online-Magazin mit News zum Nachdenken
Nr. 9 - Juli/August/September 2002 - Entwickler-News aus dem Netz: Interessantes und Kurioses
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X3D löst zaghaft VRML ab -
Wo ist die breite Basis?

Die Nachfolgeorganisation des VRML Konsortiums, das Web3D-Konsortium, verkündete bereits 1999 den Entwurf eines auf XML beruhenden 3D-Standards für das Web, basierend auf seinem Vorgängermodell, dem VRML-97-ISO-Standard. Die von X3D (Extensible 3D) geweckten Hoffnungen beruhten vor allem auf gegenüber VRML (Virtual Reality Modeling Language) schlankeren Renderingengines. Dennoch - von einigen wiederkehrenden Pressemitteilungen abgesehen - fehlt nach wie vor der Durchbruch auf breiter Basis.

X3D wurde bereits in den Core von MPEG-4 integriert und soll auch nach Angaben des Web3D Konsortiums verstärkt mit Hilfe des World Wide Web Konsonrtiums (W3C) in andere XML-Derivate eine entsprechende Aufnahme finden. Sicherlich, es gibt einige Shop-Seiten im Web, die auf Basis von X3D mit Hilfe eines proprietären Plug-Ins 360 Grad- Rundumansichten für Produkte anbieten. Dennoch kann man dabei wahrlich nicht von einem Durchbruch sprechen.

X3D soll also weiterhin VRML ablösen und gleichzeitig mit dem größten Nachteil aufräumen: Der Notwendigkeit eines in Megabyte fetten externen Players bzw. Viewers. Dabei bleibt X3D kompatibel zu altem VRML-Material. In einfachen Worten ausgedrückt, besteht der X3D-Standard aus einem in Komponenten aufgeteilten VRML 97-Standard, der darüber hinaus neue Komponenten aufnehmen kann, die VRML in seiner Funktionalität erweitert. Es ist daher auch relativ problemlos, alte VRML-Applikationen, zum Beispiel eine 3D-Folienpräsentation, in den neuen X3D-Standard hinüber zu retten.

Mittlerweile ist zwar die endgültige Spezifikation immer noch nicht fertig, aber zumindest ist bereits ein Java Open Source 3D-Browser namens Xj3D in Beta-Versionen verfügbar. Bisher betrachtbare Beispiele für X3D- und VRML-Anwendungen lassen jedoch nicht erwarten, dass sich in absehbarer Zeit am Exotenstatus dieser potentiellen Killergrafikarbeiten für das Web etwas verändert. Aufgrund des Umfangs der bisherigen erhältlichen Spezifikationen und der doch beachtlichen Möglichkeiten haben wir hier einige interessante Links zum Thema X3D zusammengestellt:

Ausgangspunkt für X3D - das Web3D-Konsortium
Übersicht über die Ziele und Zwecke von X3D
Weiterführende Links zu X3D - hauptsächlich zur Industrie
Weiterführend Links zu 3D-Technologien
FAQ - Fragen und Antworten zu X3D
SDK für Entwickler, aber auch Anwendungsbeispiele, Tools und Sourcen
SDK Disk 1 - Viewers von Blaxxun etc.
Einfaches Beispiel anhand eines Java-Applets
Deutsche Site mit zahlreichen weiteren VRML und X3D-Applikationsbeispielen
Hintergrund zu VRML/X3D-Präsentationen

Web3D-Konsortium

Borland arbeitet an Unterstützung -
für .NET


Borlands Rapid Application Development-Produkte Delphi und C++Builder werden ab der zweiten Hälfte 2002 die Microsoft .NET-Plattform unterstützen. Damit stellt Borland Anwendern Entwicklungsumgebungen für XML-basierende Web-Services zur Verfügung. Diese beschleunigen die Erstellung von Anwendungen für das .NET-Framework und gewährleisten deren Interoperabilität - von .NET über Windows bis hin zu Java und Linux.

Die Langener Softwareschmiede hat ihre Unterstützung der Microsoft .NET-Plattform dabei schon länger avisiert. Bestandteile der Borland-Strategie für die Microsoft .NET-Plattform sind erfolgreiche Entwicklungsumgebungen wie Borland Delphi und Borland C++Builder. Sie unterstützen die Leistungsmerkmale von Microsofts .NET-Framework, darunter ASP.NET und die Interoperabilität von Anwendungen über XML-Web-Services. Zudem plant Borland, Intel-Architektur-optimierte Entwicklungsprodukte für die .NET-Plattform in der zweiten Jahreshälfte 2002 zu launchen.

Eine Vorschau auf die kommende .NET-Entwicklungsumgebung für C++ und Delphi von Borland kann dabei auf Microsofts TechEd 2002 präsentiert werden. Auch Borlands relationale Datenbank Interbase soll zukünftig die .NET-Umgebung unterstützen.

Borlands .NET-Unterstützung

One-To-One Enterprise wird ASP.NET kompatibel -
Auch BroadVision unterstützt .NET


Auch BroadVision kündigt hektisch .NET-Unterstützung an: Die Version 6 der Anwendungsplattform One-To-One Enterprise soll eine tiefgreifende Integration mit ASP.NET bewerkstelligen. So können allerdings nur Teile der Funktionen aus ASP.NET-Applikationen heraus genutzt werden.

Zu den verfügbaren Funktionen gehören das Content Mangement System, Cache, die Datenbankverwaltung und die Personalisierung. Eine Integration in Visual Studio.NET sowie die Unterstützung der Sprachen C# und C++ wird versprochen. Bei dieser Überarbeitung wurde gleichzeitig auch ein neues graphisches Interface für Verwaltung und Konfiguration eingebaut. BroadVisions One-To-One Enterprise 6.0 ist bereits für Windows 2000 verfügbar.

One-To-One für .NET

Lock-Keeper erhält Erfinderpreis -
Augenmerk auf Schleusentechnik


Das Trierer Institut für Telematik hat den Erfinderpreis von Rheinland-Pfalz für seine patentierte Sicherheitslösung "Lock-Keeper" erhalten. Der Lock-Keeper macht sich eine alte Technik des realen Lebens zunutze, die Schleuse.

Das System gegen Hacker-Angriffe funktioniert dabei wie eine Schleuse. Der böswillige Angreifer kann keinen Schaden anrichten, da zu keinem Zeitpunkt des Angriffs eine direkte physikalische Verbindung mit dem firmeneigenen Netzwerk zugelassen wird. Das mit dem Fraunhofer-Institut verbundene Telematik-Institut beschreibt Lock-Kepper als leicht installierbar und verspricht zudem hohe Skalierbarkeit.

Die in der Schleuse befindlichen Daten können während ihres dortigen Aufenthaltes je nach Sicherheitsbedürfnissen unterschiedlich analysiert werden. Die verblüffend einfache Lösung dürfte damit als Knackpunkt die jeweilige Analyse darstellen. Wir werden jedenfalls sehen, ob die Lösung wirklich hält und keinen Eindringling durchlässt.

its - Vertrieb von Lock-Keeper

Performance Analyse-Tool VTune -
wird ebenfalls .NET-fähig


Auch der Industriegigant Intel macht mit: Das Mess- und Analysetool VTune Performance Analyzer wird in der Version 6 .NET-kompatibel. VTune verspricht somit Performancetuning auch für .NET-Applikationen, die mit einer grafischen Auswertung kombiniert werden kann.

Die Analyseunterstützung und Performanceverbesserung kann dabei unter Anwendungen erfolgen, die mittels C#, C/C++ sowie auch VB.NET und - wie auch bisher - unter den "alten" Versionen von Visual Basic 5 und 6 geschrieben wurden. Es wird auch die neueste Prozessorgeneration von Intel sowie auch die 64-Bit-Betriebssystem-Versionen von Windows und Linux unterstützt. Gerade bei Sprachen, die mittels Kompilierung auf einen Prozessor hin optimiert werden können - wie unter .NET - macht VTune Sinn. Das Tool kostet um die 700 US-Dollar.

VTune V6

SQL Tabellen mit VB.NET analysieren -
Total SQL Statistics


Für die Analyse von SQL-Serveranwendungen hat die Firma FMS Inc. mit Sitz in Virginia ein Tool namens Total SQL Statistics veröffentlicht. Das Tool kommt dabei sowohl mit Visual Basic 6 als auch mit den mitgelieferten Sprachen von Visual Studio.NET zurecht.

Screenshot von Total SQL Statistics mit .NET-Unterstützung

Total SQL Statistics analyisiert die Daten von SQL-Tabellen und auch enthaltene benutzerdefinierte Funktionen. Entwickler ersparen sich mit dem Tool den Export der Daten in andere, spezifische Testing bzw. Analyseprogramme. Das neue Analysetool besteht aus zwei Teilen: Einem interaktiven statistischen Szenario-Designer sowie einer DLL-Komponente. Diese DLL-Komponente kann in eigenen Programmen aufgerufen werden und mittels des gespeicherten Szenarios beruht die Analyse immer auf aktuellen Daten.

Total SQL Statistics

30 Programmiersprachen verstehen -
Eine Entwicklungsumgebung - Primal Script


Ein Editor, eine Entwicklungsumgebung, die mit mehr als 30 Programmiersprachen umgehen kann, ist auch noch nicht oft dagewesen, wenn überhaupt: Primal Script versteht die wichtigsten Programmiersprachen.

Unterstützte Programmiersprachen in Primal Script    ASP.NET in Primal Script

Syntaxhighlighting, Autovervollständigung sind dabei nur einige der angebotenen Features von Primal Script. Mit ASP.NET, HTML, VBScript, JScript, ASP, Actionscript, PHP (ein kleiner Auszug aus den Programmiersprachen, die die Entwicklungsumgebung versteht) - werden auch für den Microsoft-Entwickler interessante Fähigkeiten geboten. Der Editor mit integrierter Projektverwaltung bietet zumindest für oben genannte Sprachen auch Auto-Vervollständigung an.

Auch die Hierarchie spracheigener Systemobjekte wird dementsprechend angezeigt. Primal Script geht aber noch einen Schritt weiter: Durch das Auslesen der Type Library kennt die Entwicklungsumgebung alle registrierten COM-Komponenten und kann daher auch die Hierachien selbst entwickelter Komponenten anzeigen, Methoden und Properties inklusive. Darüber hinaus bindet das Tool Zusatzprogramme ein, wie etwa einen Objekt-Browser oder ein Browser-Modul zur Favoritenverwaltung. Auch Windows Scripting Host-Entwickler werden unterstützt. Code-Fragemente lassen sich als Schnippsel abspeichern und stehen per Drag und Drop später wieder zur Verfügung. Beispielcode ist ebenfalls im Tool enthalten. Nebenbei: Auch Exoten wie Ruby oder WinBatch werden unterstützt! Primal Script wird für rund 150 US-Dollar angeboten.

Primal Script

Microsoft stellt Beta-Version -
des .NET Speech SDKs zur Verfügung


Wie bereits in der April-Ausgabe von querdenker erwähnt arbeitet Microsoft an einer eigenen Sprachausgabe-Software. Mittlerweile ist die Beta-Version des .NET Speech SDKs erhältlich. Mit diesem Entwicklungswerkzeug lassen sich auch bereits existierende Anwendungen um Sprachfunktionen erweitern.

auf .NET Speech SDK basierende Sprachanwendungen Das SDK, welches in einem gewissen Konkurrenzverhältnis zu VoiceXML steht, soll voraussichtlich Mitte 2003 das Beta Stadium verlassen. .NET Speech integriert sich nahtlos in Visual Studio.NET und stattet den Internet Explorer mit einer Erweiterung zur Interpretation der SALT-Tags sowie zur Ausführung von Sprachinhalten innerhalb des XHTML-Contents.

Mitinstalliert wird auch ein Serversteuerelement für ASP.NET zur Integration von Sprachdialogen, ein Editor zur Aufzeichnung und Editierung von Sprachinformationen sowie ein Werkzeug zur Spracherkennung, aufbauend auf dem Speech Recognition Grammar Format (SRGF). Interessant erscheint die Verwendung des Speech SDKs vor allem im Hinblick auf webbasierenden Reservierungssystemen sowie weiteren Systemen, die vor allem einer zielgerichteten Userführung dienen. Dennoch:

Die Technik steckt zwar nicht mehr in den Kinderschuhen, es wird aber noch lange Zeit dauern bis derartiges für die deutsche Sprache verfügbar ist. So ist das .NET Speech SDK derzeit ausschließlich für amerikanische Entwickler gedacht bzw. erhältlich.

Weitere Infos:
Kurzbeschreibung des .NET Speech SDK

.NET Speech SDK Beta 1.0

W3C - Einige News -
im 2. Quartal 2002


Als Empfehlung wurde XML Signature verabschiedet. Diese XML-basierte Sprache dient der sicheren Übertragung heikler Daten in Form von digitalen Signaturen und soll vor allem in Web Services zum Einsatz kommen. Aufgrund der Fokussierung auf XML Processing ist es möglich, jede Art von Daten zu signieren, also auch Daten im JPEG-Bildformat. Außerdem lassen sich Signaturen nicht nur für das Gesamtdokument, sondern auch für Teile des Dokuments errichten.

XML Canonicalization hat den Status einer Candidate Recommendation erreicht, während die Benutzung von Unicode in Markup-Sprachen durch eine entsprechende Note geregelt wird. Mittlerweile schreiten auch die Vorbereitungen für die Cascading Style-Sheets in der Version 3 zügig voran: Mehrere Module für CSS Level 3 wurden bereits als Arbeitspapier veröffentlicht.

Auch das erste Arbeitspapier, welches sich mit der Interaktion zwischen XHTML 1.1, Math ML 2.0 und SVG 1.1, beschäftigt, wurde unter dem Titel "An XHTML + MathML + SVG Profile" bereit gestellt. In weiterer Folge soll dadurch die Validierung von Dokumenten möglich gemacht werden, die aus einer Mixtur von XHTML, Math ML und den Scalable Vector Graphics bestehen. Weitere Arbeitspapiere erschienen zu - RDF Vocabulary Description Language 1.0: RDF Schema und zu XQuery, XSLT, and XML Path. Selbstverständlich sind dies nicht alle publizierten Papiere, aber wer sich mit den W3C-Standards beschäftigt, weiss, dass das produzierte Material nicht zu knapp an Zeit in Anspruch nimmt.

W3C

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