Erster Mail-Virus in C# - Kaum Schaden befürchtet
Nach diversen Berichten in Mailinglisten ist der erste in C# geschriebene Mail-Virus bekannt
geworden, der die sattsam bekannten Security Holes in Outlook & Konsorten ausnutzt. Das Besondere an diesem wenig
gefährlichen Code ist der vermutete Urheber: Eine 17-jährige Hackerin aus den Niederlanden.
Der als
W32/Sharpei@MM bezeichnete Schadcode zielt auch auf installierte .NET-Frameworks. Infektionsquelle ist eine Mail, deren
Text empfiehlt, ein angebliches Update zu installieren, welches Windows schneller macht. Als Attachment ist eine
Datei angefügt, die den Titel MS02-010.exe trägt. Nach der Installation dieses EXE-Files wird ein Wurm
etabliert, der zunächst überprüpft, ob das .NET-Framework installiert ist und auch eine Datei namens
"sharp.vbs" installiert, wodurch ein selbständiger Versand des Wurms über Microsoft Outlook erfolgt.
Bei installiertem .NET-Framework befällt der Virus .EXE-Dateien im Windows-Verzeichnis und im Programm-
Verzeichnis, wodurch diese nicht mehr ausführbar sind. Ist kein Framework installiert, wird trotzdem die VBScript-
Mail-Schadroutine installiert und auch ausgeführt. Es ist zum Glück kein sehr innovativer Code, aber eben
erwähnenswert, weil es der erste Virus ist, der zumindest in Teilen aus C Sharp besteht. Nähere Infos -
auch zur Entfernung finden Sie nebenstehend.
|
McAfee - C#-Virus |
Outlook verschlüsselt - Cryptovisions cv act s/mail hilft
Neuerdings ist das Verschlüsselungs- und Signiertool cv act s/mail nicht nur für Lotus Notes und
Novells Groupware erhältlich, sondern auch für Microsofts Outlook-Plattformen. Das Produkt der Firma Cryptovision
ist dabei nahezu mit allen gebrächlichen Smartcards kompatibel. cv act s/mail versucht die Sicherheit der Mails vor
unberechtigten Zugriffen innerhalb- und außerhalb von Unternehmensnetzen zu garantieren und setzt zu diesem Zweck
auf folgenden Standards auf:
S/MIME Konformität Version 3, X.509 Version 3 Zertifikate, RSA-Unterstützung bis 4096 Bit, ECC-Unterstützung bis 256 Bit,
einer komfortablen Schlüssel- und Zertifikatsverwaltung sowie der Unterstützung von Smartcards. Das als Plug-In
für obengenannte Mail-Plattformen zur Verfügung stehende Programm integriert sich nahtlos in das Mailprogramm
am Client und ermöglicht so auch eine dezentrale Schlüsselgenerierung.
|
cv act s/mail-Produktfeatures
|
W3C veröffentlicht neues Arbeitspapier - Web Ontology Language (OWL)
Im März wurde vom W3C nun ein Arbeitspapier vorgestellt, das die Anforderungen an die Ontology Web Language
in der Version 1.0 zusammenfasst. Unter Ontologie versteht man dabei eine gemeinsame Sprache mit dem Ziel, einen
einfachen Wissensaustausch zu ermöglichen. Die Ontology Web Language soll hierzu eine Reihe von gemeinsamen Konzepten,
Beziehungen und Regeln definieren, die es automatisierten Tools erlauben, verbesserte Sucherergebnisse aus dem Web zu
erzielen und dabei Knowledge Management und Software Agents zu vereinen. Sprich: Qualitätsoptimierte Suche in einer
Dokumentenstruktur zu ermöglichen.
Das von der Web Ontology Working Group verfasste Arbeitspapier ist Teil der Initiative des W3C auf dem Weg zum
"Semantischen Web" in Verbindung mit XML. Noch wurde in zahlreichen Punkten keine Übereinstimmung erzielt, sodass der Weg zur 1. Version
der OWL noch steinig sein wird.
|
Working Draft zur Web Ontology Language |
Scalable Vector Graphics (SVG) - W3C modularisiert in der Version 1.1
Das von Adobe massiv gepushte Konkurrenzformat zu Macromedias Flash, SVG, macht auch weiterhin in seiner
Entwicklung Fortschritte. Nachdem die "skalierbaren Vektorgrafiken" in der Version 1.0 zur Standard-Empfehlung als Sprache
zur Beschreibung von zweidimensionalen Grafiken in XML erhoben wurden, steht bereits die Version 1.1 vor der Türe.
Die derzeit als Arbeitspapier vorliegende Spezifikation zu SVG 1.1 wird eine Modularisierung der Funktionalität
hinsichtlich mobiler Plattformen bringen. Dabei wird unterschieden zwischen SVG Tiny für Grafiken auf Handys und
SVG Basic für PDAs. Durch die Verwendung des SVG Dokumenten-Objektmodells (SVG DOM), das einer Scriptsprache sehr
ähnlich ist, erweitert die Grafiken um zusätzliche Eigenschaften und Methoden. Beispielsweise auch um Ereignishandler,
wie etwa 'OnMouseOver'.
Prinzipiell enthält SVG 1.1 eine Teilmenge des bisherigen SVG DOM-Modells, abgestimmt allerdings auf die
mobilen Devices. Damit gehen die Scalable Vector Graphics einen ähnlichen Weg wie XHTML, welches ebenfalls durch
Modularisierung in Zukunft auf mobile Plattformen zugeschnitten werden kann. Größter Nachteil der SVG-Grafiken
ist allerdings nachwievor die Bindung auf ein Adobe Plug-In, zwar für alle Plattformen erhältlich, aber eben
abhängig vom User, sprich seiner Zustimmung zum Download und zur Installation. Die Durchsetzung am Markt wird davon
abhängen, ob Adobe die Browserhersteller von einem nativen Support überzeugen kann. Dies ist insofern zweifelhaft,
als Flash derzeit eine kaum überbietbare Marktdurchdringung erreicht und Konzerne wie etwa Microsoft Millionen in
die Konkurrenzsprache VML investiert haben. Es bahnt sich also ein spannender Kampf an...
|
Übersicht Mobile SVGs
W3C-SVG 1.1-Working Draft |
Oasis gründet neues Komitee - Biometrie soll auf XML-Standard gehoben werden
Offenbar gibt es wirklich kein Spektrum, indem XML nicht eine Rolle spielen kann: Das Industrie-
Konsortium Oasis (Abkürzung für Organization for the Advancement of Structured Information Standards) hat jetzt
wieder einmal ein Komitee gegründet, das XML für biometrische Daten als Standard entwickeln soll. Dieser noch
zu entwickelnde Standard soll in Form eines XML-Schemas komplexe Biometrie-Applikationen ermöglichen.
Das auf dem existierenden XML Common Biometric Format (XCBF) aufbauende Schema könnte in weiterer Folge
jene umstrittenen Biometrie-Anwendungen unterstützen, die beispielsweise Iris-Abbildungen, Fingerabdrücke oder
ganze Körpergeometrien analysieren. Der kommerzielle Erfolg dieser Biometrie-Anwendungen scheint im gegenwärtigen
politischen Spektrum sowie im Rahmen der rund 100 in Oasis vertretenen IT-Giganten garantiert zu sein.
|
Oasis - Biometrie-Komitee
|
Weitere Ausbreitung - nicht autorisierter TLDs
Der ebenfalls nicht autorisierte Anbieter von nicht offiziellen Top-Level-Domainnamen New.net verbreitet
auf seinen Webseiten die Zahl von mehr als 100 Mio. Internet-Usern, die angeblich auf Hosts mit Domains wie beispielsweise
'.gmbh', '.verein', '.golf' oder '.family' durchgeroutet werden können. Als großen Erfolg für die Verbreitung des Wildwuchses
an anarchistischen TLDs wird dabei ein Vertrag mit dem italienischen Provider Tiscali gewertet, der es damit ermöglicht,
weitere 7,5 Mio. seiner Kunden auf diese TLDs zugreifen zu lassen.
Wieder einmal wäre ein Einschreiten bzw. eine Regulierung durch die ICANN gefordert, die aber offenbar nur mehr
damit beschäftigt ist, innere Befindlichkeiten zu klären und neue Machtklüngel zu fördern. User, die
auf diesen Namensraum zugreifen wollen, sind darauf angewiesen, dass entweder der Provider die zutreffenden DNS-Anfragen
beantworten kann oder installiert entsprechende Plug-Ins, die einen derartigen Zugriff zulassen. Nichtsdestotrotz wird
damit der Zersplitterung des Internets in zueinander nicht kompatible Bereiche Vorschub geleistet.
|
Tiscali-Vereinbarung mit New.net |
TU Dresden arbeitet an Internet-Anonymität - Cookie-Cooker hilft
Das Erstellen von realen Nutzerprofilen verhindern will ein Team an der TU Dresden. Durch das Tool "Cookie-Cooker"
soll der User in verschiedene Identitäten schlüpfen können und so der lästigen Ausspionierung durch
allzu wissensbegierige Unternehmen durch Cookies entkommen. Nachdem auf vielen Webseiten das Funktionieren der Anwendung
auch von Cookies abhängt und ein Ablehnen der Cookies durch den User so eine ordnungsgemäße Nutzung
verhindert, geht man an der auch durch das Projekt Java Anon Proxy bekannten Universität einen anderen Weg:
Das an Nutzerprofilen interessierte Unternehmen erhält völlig wertlose Daten, weil diese keiner realen
Person entsprechen. Der Cookie-Cooker tauscht Datenpakete mit anderen Usern und vermischt und verfälscht so die
Profile. Identitäten werden vom Tool bei jeder Anmeldung nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Damit aber eine
Webseite auch in Zukunft für den User benutzbar bleibt, merkt sich das Programm die passende Identität für
den nächsten Besuch der Site. |
Cookie-Cooker und Datenmix
|
Fuzzy! Move - Unbekannt verzogen!
"Mit einem Klick unbekannt verzogene Personen wiederfinden" - verspricht die Software "Fuzzy! Move" des
Ludwigsburger Softwarehauses Fuzzy Informatik. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundespost arbeitet sich die Applikation
in einem mehrstufigen Verfahren zunächst durch die tagesaktuellen Daten der Telekom, steigt danach in den Adressenpool
der Post Adress und fahndet zuletzt in den Sterbedaten.
Ist auch hier kein Sucherfolg gegeben, steht danach die
individuelle Anfrage an das Einwohnermeldeamt am Programm. Diese Application Service Providing-Dienstleistung lässt
sich durch weitere Suchmodule um die Suche nach Telefonnummern, Bankverbindungsdaten und Postadressdaten ergänzen.
Derzeit sind pro Suchtreffer 1,15 Euro an die Deutsche Post Adress zu entrichten. Die ASP-Lösung ist selbstverständlich
nur Geschäftskunden zugänglich.
|
Verschwundene Kunden wiederfinden!
|
Konkurrenz für Voice XML? - SALT kommt
Voice XML als bisheriger, zaghafter Versuch Spracherkennung im Internet zu standardisieren und federführend
von IBM gepusht, bekommt nunmehr Konkurrenz. Cisco, Intel und Microsoft sitzen im Boot und haben eine Technologie
entwickelt, die sich Speech Application Language Tags (SALT) nennt. Potentielle Anwender sollen dadurch die
Möglichkeit besitzen, Web-Services per Telefon oder durch Spracheingabe am PC nutzen zu können.
Für Entwickler plant Microsoft, ein eigenes Sprach-API (Speech SDK) im Rahmen von .NET (dzt. im
Alpha-Stadium), weiters einen eigenen Sprach-Applikationsserver sowie Add-Ons für den Internet Explorer anzubieten.
Derzeit ist allerdings erst das Microsoft Speech SDK 5.1 downloadbar, welches Spracherkennung für normale
Windows-Applikationen bietet, während SALT in weiterer Folge auch über ASP.NET funktionieren soll.
Die an und für sich begrüßenswerte Initiative ist leider auch ein weiteres Beispiel dafür,
wie eine sich endlich als Standard durchsetzende Technologie (Voice XML) wiederum bald zersplittert werden wird. Jener
Bevölkerungsgruppe, die Spracherkennung nicht als Gimmick betrachtet, weil sie nämlich darauf angewiesen ist,
wird jedenfalls mit SALT ein Bärendienst erwiesen.
|
SALT-Forum
|