Querdenker - das Online-Magazin mit News zum Nachdenken
Nr. 7 - Januar/Februar/Maerz 2002 - Impressionen aus dem Netz: Interessantes und Kurioses
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Zweiter Knoten sichert Transaktionen -
Rain Assure hilft Online-Shops

Wollen Sie Ihren Einkauf abschliessen? Klicken Sie hier! Kaum hat man geklickt, erhält man einen Server-Fehler (Datenbank-Fehler etc.) Wer war noch nicht in einem solchen Shop? Rainfinity hat nun eine Software-Lösung vorgestellt, die mithelfen soll, derartige Fehler zu unterbinden.

Durch die Erstellung einer temporären Kopie über einen zweiten Knoten sichert das Produkt "Rain Assure" Daten wie Warenkörbe, Buchungsparameter oder dgl. und liefert sie bei Absturz eines Web-, Transaktions-, Applikations- oder Datenbankservers an die Zweitsysteme aus. Dadurch muss der Kunde nichts mehr neu eingeben und der Kauf- oder Bestellvorgang kann wie gewohnt weitergehen.

Die Software wird hinter der Firewall installiert und analysiert zunächst den Betriebsablauf. Durch die dabei gewonnenen Daten erkennt das System potentielle Fehler frühzeitig. Auch bei Engpässen kann das Tool steuernd eingreifen und bei überlasteten Servern eine Reihung der wichtigsten Transaktionen vornehmen. Die Listenpreise von Rain Assure mit eingebautem Reporting beginnen bei satten 75.000 Dollar...

Rain Assure

Exchange wird .NET-tauglich -
Toolkit von Microsoft


Mit einem neuen von Microsoft herausgegebenen Migration Kit ist es nunmehr möglich, neu erstellte Web-Services an den Microsoft Exchange 2000-Server anzubinden. Ergänzt wird das Developer Enablement Kit durch in XML entwickelte Beispielcodes, White Papers zu den XML-Web-Services und einer allgemein gehaltenen Einführung in XML.

Exchange 2000
Migration Kit

Borland baut Brücken -
Java und Web-Services


Borlands JBuilder soll zwischen Sun und Microsoft-Technologien vermitteln: Java-Applikationen sollen über JBuilder mit .NET Web-Services zurechtkommen. Zu diesem Zweck beabsichtigt Borland, eine Reihe von APIs, Java-Standards und Architekturen zur Verfügung zu stellen.

Dadurch ist es dann möglich, Applikationen zu schreiben, die sowohl java-tauglich, als auch Web-Service-fähig sind. In anderen Worten: JBuilder muss zu diesem Behufe XML, WSDL, UDDI und SOAP "sprechen". Realisierungszeitpunkt: demnächst als Add-On zum "traditionellen" JBuilder.

Borlands JBuilder
Web-Services

Mikrobrowser -
NetFront 3.0 und WAP 2.0


Der Mikrobrowser - das unbekannte Wesen: Wer weiss schon, welcher Browser in Set-Top-Boxen, PDAs, Mobiltelefonen oder Web-Pads steckt? Einer dieser weithin unbekannten Browser ist NetFront, ein Produkt des japanischen Herstellers von Mikrobrowser-Software, Access.

Dieser unsterstützt in der aktuellen Version WAP 2.0 für i-mode Mobiltelefone. Darüber hinaus bietet er erweiterte Features wie DHTML, ECMA-Script und integriert auch SSL-Unterstützung. Anpassbar an die verschiedensten Devices ist der Microbrowser extrem skalierbar und modular aufgebaut.

In Zeiten wie diesen ist es für Entwickler extrem wichtig zu wissen, wo und wann, welcher Browser eingesetzt wird. Die Browser von Access sind - lt. eigenen Angaben - jedenfalls in mehr als 40 Mio. Geräten drinnen...

Access

Neue Seitenbeschreibungssprache -
CURL mixt den Brei


Curl ist eine Erfindung rund um MIT, einem der wichtigsten Technologiezentren der USA. In dieser Mischung aus Programmier- und Seitenbeschreibungssprache finden sich rudimentäre Eigenschaften von HTML und Javascript, zusammengemixt in ein Konglomerat aus bekannten Möglichkeiten.

Curl kann derzeit nur als Plug-In für die gängisten Browser genützt werden und verwendet dabei die Technik der Applets. Dies ist unserer Ansicht nach gleich der größte Nachteil dieser Sprache, auch wenn dadurch Bandbreite gespart wird, da beispielsweise nicht bei jeder Usereingabe Traffic mit dem Server entsteht.

Curl nutzt ein relativ transparentes Lizenzierungsmodell, welches allerdings Transaktionsgebühren beeinhaltet, die individuell vereinbart werden müssen. Auch aufgrund der nicht unbedingt wirklich neuen Technolgie glauben wir daher, dass sich Curl auch mit den angesammelten 50 Mio. US-Dollar von Partnern wie Siemes und BT, nicht in den Markt drücken lassen wird.

CURL-Plattform
CURL-Definitions

MHTML - Neuer "Standard", die 764. -
Wieder etwas was der User nicht braucht


MHTML - Die Abkürzung für "MIME Encapsulation of Aggregate HTML Documents" - soll wieder einmal neue Standards setzen. Diesmal ist die Internet Engineering Task Force (IETF) dran und arbeitet an MHTML. Dies soll ein neuer Standard für den E-Mail-Versand werden. Dabei soll MHTML es ermöglichen, einem normalen Mail eine Webseite anzuhängen, inklusive dem ganzen Anhang: Grafiken, Rahmen, Animationen etc.

Der damit gequälte User packt das MHTML-Attachement aus (Anm. d. Red.: Machen wir sicher nicht!) und hat eine voll funktionierende Webseite vor sich (auch offline!). Angesichts dessen, was hier geplant ist, wird schon klar, wer hinter solchen völlig unnötigen Standards steht: Die E-Mail spammende Wirtschaft. Leider will uns Microsoft und Lotus mit diesem - in Zeiten wie diesen - wirklich nicht Brauchbarem "Standard" beglücken. Als ob wir mit den Virenschleudern a la Outlook, Outlook Express und Lotus Notes nicht schon genug zu tun haben. Nein, jetzt können wir uns den ganzen VBScript, Javascript und Flash-Dreck auch noch ungefragt zusenden lassen. Anmerkung: Wir hoffen, Sie entschuldigen diese etwas persönlich gefärbte Meldung, aber wer es bis heute nicht begriffen hat, einen halbwegs sicheren Mailclienten zu programmieren, sollte nicht mit solchen Experimenten wie MHTML spielen. Nachzulesen ist das Ganze in RFC 2110. Wer´s braucht!

RFC 2110

Peer-to-Peer-Toolkit -
für .NET von Intel


Intel bringt demnächst ein Peer-to-Peer-Toolkit für Microsofts .NET heraus. Damit sollen sich auf einfache Weise P2P-Applikationen entwickeln lassen. Zusammen mit Samples und Dokumentation gibt es das P2P-Toolkit auf untenstehender .NET-Seite kostenlos zum Download. Man möchte damit auch bisherige Probleme von Peer-to-Peer- Netzen beheben, die oft Probleme mit Firewalls und statischen IP-Adressen hatten.

gotdotnet - P2P-Samples
gotdotnet - .NET sei bei uns!

Accenture baut für -
Java und .NET


Die frühere Andersen Consulting, jetzige Accenture-Schmiede, bringt nunmehr Toolkits für Java und .NET heraus. Während das .NET-Toolkit noch angekündigt wird, scheinen die Pläne für das Java-Toolkit, passend zur E-Business-Plattform Bea´s WebLogic, bereits konkreter fortgeschritten:

Das Java-Toolkit trägt den Namen GRNDS (General and Reusable Netcentric Delivery Solution) baut auf der Java 2 Enterprise Edition von Sun auf. Das .NET-Toolkit mit dem Titel "Avanade Component Architecture" soll so konzipiert werden, dass beide Tools, sowohl das Java-Kit als auch das .NET-Kit plattformunabhängig und übergreifend zusammenarbeiten. GRNDS stellt eine E-Commerce-Infrastruktur für B2C-Portale und CRM-Systeme zur Verfügung und soll dabei Kosten senken helfen und gleichzeitig den Roll-Out der Applikationen beschleunigen.

Nahezu zeitgleich hat Accenture auch ein "Delivery System" auf der Basis von .NET MyServices angekündigt, dessen Prototyp bereits präsentiert wurde. Dabei wird auf die bewährten Standards wie XML und SOAP zurückgegriffen.

Accenture,
vormals Andersen Consulting

Relax NG 1.0 -
Oasis erteilt Freigabe


Das als Alternative zur W3C-XML-Schema-Empfehlung lancierte Projekt "Relax NG 1.0" hat die erste Hürde genommen und wird nun als Spezifikation freigegeben. Relax NG 1.0 dient der Validierung von XML-basierten Sprachen und wurde vom Standardisierungs-Gremium Oasis begutachtet.

Mit Relax NG werden zwei frühere, sich teilweise überlagernde Spezifikationen, ersetzt: TREX (Tree Regular Expressions for XML) und Relax (Regular Language Description for XML). Durch die Beschränkung von Relax NG auf die Syntax von XML-Dokumenten soll die Spezifikation deutlich einfacher zu implementieren sein.

Oasis -
Organization for the
Advancement of Structured
Information Standards

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