Querdenker - das Online-Magazin mit News zum Nachdenken
Nr. 4 - Mai/Juni 2001 - Impressionen aus dem Netz: Interessantes und Kurioses
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WebFormator hilft Sehbehinderten -
Internet-Surfen auch für Blinde

Sehbehinderte und Blinde wurden bisher extrem bei der Usability des Internets vernachlässigt. Braille- Browser waren teilweise unerschwinglich, vorlesende Browser hatten große Probleme bei Tabellen und Grafiken. Bei Sites, die Frames verwenden natürlich auch. Der selbst sehbehinderte Gründer der Firma Frank Audiodata, Joachim Frank, möchte diese Benachteiligung mit seinem WebFormator beenden.

WebFormator stellt Inhalte von Webseiten als lesbaren Text dar und kommt dabei auch mit Grafiken, Tabellen, Formularen und Frames klar. Die als PlugIn für den Internet Explorer erhältliche Software stellt dabei die Webseite in einem neuen Zweitfenster übersichtlich gestaltet dar. WebFormator arbeitet auch mit den anderen Spezialprogrammen, der auf Soft- und Hardware für Sehbehinderte spezialisierten Firma Audiodata, klaglos zusammen. Das Beste daran ist: Die Software kann kostenlos heruntergeladen werden und stellt daher keine neuerliche Belastung für das ohnehin karge Budget der Sehbehinderten dar...

WebFormator downloaden ...

ebXML-Spezifikation fertig -
Ablöse der teuren EDI-Software?


Die Proponenten der ebXML-Spezifikation ("Electronic Business Extensible Markup Language"), die UN/CEFACT (United Nations Center For Trade Facilitation And Electronic Commerce) und OASIS (Organization For The Advancement Of Structured Information Systems) haben ihre Hausaufgaben erledigt und die ebXML als weltweiten Standard in die Qualitätskontrolle geschickt.
Dieses Monat (Mai 2001) soll die Spezifikation ratifiziert werden und danach Einzug in zahlreiche E-Commerce-Softwarelösungen halten. Firmen und Anwender sollen durch diesen "XML-Dialekt" vom erleichterten Informationsaustausch und Handel profitieren. Vereinbarungen und der dafür notwendige Dokumentenaustausch sollen mit ebXML rascher, leichter und eben besser vonstatten gehen. Obendrein könnte ebXML den bisherigen, teuren und relativ komplizierten EDI-Software-Anwendungen (Electronic Data Interchange) den Garaus machen.

Wiener ebXML-Meeting
7.-11.5.2001

Fehlerfreie Programmierung -
Mensch überflüssig!


Der größte Schwachpunkt bei der Programmierung ist nachwievor der Mensch. Heutige Software läßt sich ohne Bugs und Fehler nicht produzieren. Das Ziel kann daher nur lauten: Die Eliminierung des Menschen aus dem Programmierungsprozess - oder? Der deutsche Informatiker Martin Rösch hat sich diesem Ziel gewidmet...

Seine Vorgangsweise ähnelt dabei einer Modulprogrammierung. Ein Stück Software soll dabei eigenständig weitere Software programmieren können. Dabei handelt es sich aber mehr um ein Gerüst, das leider immer noch von Menschen angepasst werden muss. Das Team rund um Rösch will aber Agents entwickeln, die kompletten Code selbständig entwickeln können. Natürlich fehlerfrei! Dabei werden Fehler aber nicht als programmtechnischer Mangel definiert, sondern als Unzulänglichkeit in der Funktionalität.

Wenn auch Zweifel am Erfolg dieses Projekts durchaus angebracht sind, so zeigte sich bereits, dass bei einer Gruppe derartiger Agents eine einfache Form der Kommunikation auftrat, die definitiv nicht vorprogrammiert war. Ein erster Schritt zur künstlichen Intelligenz?

Software-Roboter

XML Key Management Specification (XKMS) -
Neuer Sicherheitsstandard


XKMS ist eigentlich der Oberbegriff der bekannten Standards XML DSig und XML Encrypt und beeinhaltet zwei wesentliche Kernkomponenten: Nämlich der XML Key Information Service Specification (X-KISS) und der XML Key Registration Service Specification (X-KRSS). Dabei ist X-KISS für die Authentifizierung der Zertifikate beim entsprechenden Dienstleister zuständig, während X-KRSS für das Handling der Zertifikate, also dem Management - sprich Ausstellung, Widerrufung und Wiederherstellung von Zertifikatsschlüsseln sorgt.

Mit dem Einstieg einiger Branchenriesen wie HP, IBM, RSA Security, Reuters, die ihre Unterstützung von XKMS dokumentierten, sollte diese Sicherheitslösung eine feste Grundlage haben. Entsprechende Services von Verisign und Entrust werden bereits diesen Sommer erhältlich sein.

XKMS
XKMS-Forum und weiteres ...

Dreidimensionales -
3D-Browsers "2Ce" Beta II erschienen


"2Ce" heißt der Prototyp eines Browsers, basierend auf Microsofts Internet Explorer. Dieser "Brauser" kann 5 Webseiten gleichzeitig in Form eines Würfels darstellen und damit natürlich auch die visuelle Darstellung des Verlaufs einer Websitzung. Die einzelnen Seiten des Würfels bilden dabei die Webseiten ab. Der Entwickler dieses Browsers, Mike Rosen, Präsident und CEO von 2Ce (to see ausgesprochen), meint dazu: "So kann man viel mehr Inhalt auf einmal betrachten und auch der Kontext geht nicht verloren." Mittlerweile kann die Beta 2 kostenlos heruntergeladen werden. Wer dann soviel Inhalt auf 1x verkraften kann?

2Ce

Die neue Modulbauweise -
Weitere XHTML-Empfehlungen



Mit der "Modularization of XHTML" - Spezifikation hat das W3C (World-Wide-Web-Konsortium) eine weitere Hürde zur Einführung von XHTML überwunden. Das Dokument hat derzeit den Status "Recommandation" (Empfehlung) erreicht und soll den Aufbau von XHTML-Subsets ermöglichen, die wiederum die Erstellung vielfältiger Web-Inhalte auf nahezu allen Geräten erlauben.

Durch die Modulbauweise kann XHTML 1.0 in verschiedenste Komponenten aufgesplittet werden, die jeweils bestimmte HTML-Funktionen beeinhalten. Dadurch ist es leichter möglich standardisierte Inhalte bereitzustellen. Die erste Implementierung dieser "Modularization" heißt übrigens XHTML Basic (siehe querdenker-Archiv).

XHTML-Modularization
XHTML-Basic (Dt. Übersetzung

Welches Datenformat darf´s denn sein? -
Quickview spricht 225 Formate


Sie bekommen laufend Dateien von anderen Plattformen? Ihr Partner arbeitet mit AutoCAD? Sie können das Format nicht lesen? Was jetzt wie Werbung klingt entspricht allerdings den Tatsachen - wir haben´s geprüft: Quick View Plus 6 von Jasc Software öffnet Dateien aller Art, insgesamt werden 225 Formate unterstützt. Texte, Grafiken, Tabellen, Datenbanken, komprimierte Files, Unix, Mac, Windows, DOS - alles egal. Quick View öffnet die Dateien, kopiert sie, komprimiert sie (mit Zusatztool Quick Compress), druckt sie oder hängt sie an E-Mails an. Die Software ist außerdem integrationsfähig - und zwar in IE, Outlook, Netscape und Acrobat Reader.

Ach ja: Die Ursprungssoftware muss dabei weder installiert noch gestartet werden. Selbstverständlich werden auch Photoshop, Visio und AutoCAD-Files unterstützt.

Quick View Plus 6 -
Evaluation-Version

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