Querdenker - das Online-Magazin mit News zum Nachdenken
Nr. 3 - März/April 2001 - Impressionen aus dem Netz: Interessantes und Kurioses
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XHTML Basic -
W3C finalisiert die Spezifikation

Noch im Dezember - kurz vor Weihnachten - hat das W3C (World Wide Web Consortium) die genauen Spezifikationen zu XHTML Basic finalisiert. Bei XHTML Basic handelt es sich um eine Unterversion zu XHTML 1.0, die für den mobilen Einsatz in Telefonen und PDAs optimiert wurde.

Durch die verbreiterte Anwendung in derartigen Kleingeräten war einer der wesentlichen Anforderungen an die Sprache die Vereinfachung. Webinhalte für Set-Top-Boxen, Pager, Handys und PDAs kämpfen gegen Beschränkungen technischer Natur. Dies erfordert eine einfache Auszeichnungssprache, die möglichst auf Kompatibilitäten Rücksicht nimmt. So unterstützt XHTML Basic nicht die Tag-Elemente style, script und frames. Also: Keine Framesets, keine Scriptsprachen und keine Style-Sheets. Tabellen und Formulare werden nur im Rahmen des jeweiligen Basic-Moduls unterstützt.

W3C-Spezifikation
zu XHTML Basic

Abrufbares Wissen im Internet (1) -
Bibliotheken bereiten sich vor...


Jeder, der schon einmal probiert hat spezifisch wissenschaftliche Literatur im Netz zu suchen, weiß, dass dies ein beschwerliches Unterfangen ist. Entweder bricht eine Flut an meist kaum relevanten Treffern über den geplagten Surfer herein oder man findet den Wald vor lauter Bämen nicht. Eine Allianz von vielen Bibliotheken will dieses Problem beseitigen.

Bis zum Sommer soll das weltweite Wissensnetz "Collaborative Digital Reference Service (CDRS)" entstehen. Dort soll in einer Art Forum der Suchende Frage stellen können, die dann an passende Bibliotheken und deren inhaltlichen Expertensysteme weitergereicht werden. Diese Fragen sollen kostenlos innerhalb von 48 Stunden beantwortet werden. Zunächst ist als Sprachgrundlage Englisch vorgesehen, zu einem späteren Zeitpunkt sollen dann 20 weitere Sprachen hinzukommen. Träger dieser Einrichtung sind derzeit über 60 Bibliotheken, darunter so illustre Namen wie die Yale University, Smithsonian Institute oder die National Library of Australia.

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Abrufbares Wissen im Internet (2) -
User schreiben sich ihr Lexikon selbst


Nupedia - ist der Name eines Projektes, das dem Aufbau einer Universal-Enzyklopädie dient. Laut den Initiatoren sollen freie Gruppen von Experten dieses "Universallexikon" nach dem Open Source-Prinzip erstellen. Dieses Wissen soll weltweit frei zugänglich und auch von jedermann zitierbar und übersetzbar sein.

Durch den Verzicht auf einen festen Autorenstamm will man auch abweichende Sachverhalte und kritische Gegenüberstellungen publizierbar machen. Die Macher hoffen im Geiste von Linux und Open Source auf großen Erfolg. Ein ebenfalls beeindruckender Abkömmling von Nupedia ist Wikipedia. Hier soll und kann wirklich jedermann zum Lexikon beitragen. Dazu muss man kein Experte sein. Einfach reinschauen und vielleicht selber was schreiben?

Wikipedia - a funny project

Der Tod steht uns gut -
Post aus dem Jenseits


Einen Eintrag in die Liste der Internet-Kuriositäten ist den Machern der Site "finalthoughts.com" sicher. Wer gerne morbiden Gedanken nachhängt, gerne E-Mails schreibt und gerne alles vor seinem Tod geregelt hat - dem bietet diese Site an, seine elektronischen Botschaften nach seinem Ableben zu übermitteln.

Diese "afterlife mails" können dann an Freunde und Verwandte in aller Welt versandt werden. Ein "Gurdian Angel" übernimmt dabei die Aufgabe "Finalthoughts" vom "freudigen" Ereignis zu benachrichtigen. Danach kann´s mit dem Versand losgehen. Angeblich sind bereits über 12.000 Kunden eingetragen. Da trifft es sich gut, dass man im angeschlossenen Shop gleich die passenden Bücher dazukaufen kann. Etwa: "8 Weeks to optimum health" ...

"Finale Gedanken"

E-Clipping in Nischenbereichen -
Ergänzung zum peer-to-peer Modell


Ausschnittdienste, Markt- und Zeitungsbeobachter sind in der Offline-Welt Usus. Meist beauftragt von den entsprechenden Presseabteilungen der Konzerne beobachten sie Zeitungen- und Zeitschriften, TV etc. und liefern jene Artikel und Sendungsausschnitte auf die die abonnierten Schlüsselbegriffe passen.

Auch eine Beobachtung von statischen Webseiten ist natürlich jederzeit möglich. Neu sind hingegen Clipping-Dienste wie jene von dem österreichischen Anbieter Radda und Dressler, die gezielt dynamisch ablaufende Foren, Chat-Rooms nach Meinungen, Brandings, Diskussionen zu relevanten Schlüsselbegriffen durchsucht. Diese aus den USA stammende Idee ist gerade in Internet-Zeiten, in denen sich die peer-to-peer-Technologie immer mehr durchsetzen und sich auch die Einflußmöglichkeiten der konventionellen Marketingabteilungen dramatisch verringern wird eine sicherlich nutzbringende Technik.

Mit dieser Art des E-Clipping kann die aktuelle Stimmungslage unter Usern durchaus konkret ausgelotet werden und dadurch "Gegenmaßnahmen" entwickelt werden. Derzeit werden 5 unterschiedliche Versionen angeboten, deren Preise allerdings noch ziemlich happig sind.

Radda & Dressler

Übersetzungsserver in Echtzeit -
IBM´s WebSphere Translation Server


In diesem Monat soll es soweit sein: IBM will seinen WebSphere Translation Server präsentieren, der komplette Webseiten, Chats und E-Mails in Echtzeit übersetzen soll. Derzeit sollen die Übersetzungen vom Englischen ins Deutsche, Französische, Italienische und Spanische sowie vice versa möglich sein.

Unternehmen sollen damit eine einfache Möglichkeit haben, mehrsprachige Webdienste anbieten zu können. Kompatibilität zu WindowsNT, AIX und Solaris wird garantiert. Pro Sprachpaar soll der Server rund 10.000 Dollar kosten. Die Durchschnittskapazität soll bei etwa 200 Wörtern pro Sekunde liegen, Spitzen bis zu 500 Wörter seien möglich. Jetzt ist es dann nur mehr eine Frage der Qualität der Übersetzung ...

WebSphere Translation Server-Demonstration

Mit Copy and Paste programmieren -
Lava, die "Lego"-Programmiersprache


Eine neue objekt-orientierte Programmiersprache, namens Lava, wird zur Zeit am Darmstädter GMD-Institut für sichere Telekooperation (SIT) entwickelt. Mittels vorgefertigten Programm-Komponenten sowie wiederverwendbaren und anpassbaren Programm-Mustern soll "Programmieren" wie aus dem Lego-Baukasten möglich sein.

Die Entwickler von Lava, das Ehepaar Dr. Klaus und Irmtraut Günther, arbeiten an diesem Non-Profit-Projekt mit dem Ziel, eine kleine, kompakte und vor allem leicht erlernbare Sprache zu entwickeln. Lava ist daher erst in einem frühen Stadium und die beiden Entwickler hoffen darauf, daß sich ähnlich wie bei Linux viele interessierte Programmierer finden, die bei Lava mithelfen.

Lava und die dazugehörige Programmierumgebung LavaPE sowie eine umfangreiche Online-Dokumentation können kostenlos unter dem nebenstehenden Link heruntergeladen werden. Unser Fazit: Ein sympathisches, interessantes Projekt ...

Lava - der Programmierbaukasten

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