Querdenker - das Online-Magazin mit News zum Nachdenken
Nr. 2 - Januar/Februar 2001 - Impressionen aus dem Netz: Interessantes und Kurioses
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Neue Standards (1) -
DOM Level 2

Endlich wurde vom W3C das "Document Object Model" - DOM Level 2 verabschiedet und damit freigegeben. DOM regelt die Art und Weise wie Programmiersprachen auf Webseiten und deren Elemente zugreifen können. In der ersten Version wurde dies für HTML 4.0 und XML 1.0 normiert, jetzt im Level 2-Modell kommen XML-Namespaces und der Datentyp "DOM-Timestamp" neu hinzu. Die größte Rolle spielt das Document Object Model natürlich bei der Zugriffssteuerung von Webseiten über Java und Javascript. Bisher benötigte man bei der Normierung von Webseiten (= Vereinheitlichung des Aussehens von Webseiten, egal mit welchem Browser man unterwegs ist) einige Browserweichen, da fast jeder Browserhersteller unterschiedliche DOMs implementierte. Wer jetzt glaubt, die Zeit dieser Weichen sei vorbei, irrt. Dafür garantieren schon die Hersteller der beiden führenden Browser: Microsoft mit seinem garantiert nicht kompatiblen IE 5.5 und Netscape mit ihrem "Katastrophen"-Prerelease 6.0. Also, alles bleibt anders ...

DOM - Level 2 ...

Neue Standards (2) -
XAML soll sichere Online-Transaktionen garantieren


Größen der Branche wie HP, Sun, IBM, Oracle und Bowstreet versuchen soeben einen von ihnen erarbeiteten Standard zum sicheren Austausch von B2B- Transaktionen zu etablieren. XAML (Transaction Authority Markup Language) basiert auf XML und soll die meisten Geschäftsvorgänge im Netz wie etwa Bestellungen, Prüfung von Lieferverfügbarkeiten, Stornos durch Messaging-Schnittstellen standardisieren. Vorbild ist der "alte" EDI-Standard. Doch noch liegt keine endgültige Standardisierung durch die entsprechenden Gremien vor ...

Was steckt dahinter?

...und duften/stinken soll er -
der Computer...


Nicht nur die französische Telekom arbeitet an der Entwicklung des "duftenden" PC´s (siehe querdenker-Magazin Nr.1). Ende Oktober/Anfang November versendete das Unternehmen DigiScents sein ScentWare-Entwicklungkit WDK an tausende Programmierer. Dieses Entwicklungstool soll der iSmell-Technologie von DigiScent mittelfristig den Marktdurchbruch ermöglichen. Der sinnlich duftende PC soll betören oder abschrecken - je nachdem...Nach neuesten Informationen soll die fertige Duft-Box etwa den Preis eines Tintenstahldruckers haben. Sicherlich sind mit diesem Tool zumindest anfangs ganz spannende Effekte zu erzielen. Nur: Wer braucht´s?

Digiscents Duft-Kasterl

Dreidimensionales (1) -
Kostenlose 3D-Objekte erstellen...


"Touch-It-Express" nennt sich ein kostenloses Tool von der Firma Real Space, das es Privatanwendern ermöglicht 3D-Objekte auf die eigene Homepage zu knallen. Dazu benötigt die Software ein Foto von jeder Seite des umzuwandelnden Objektes. Daraus wird dann ein dreidimensionales Objekt gerendert. Das fertige 3D-Objekt kann in jedem javascript-fähigen Browser von allen Seiten betrachtet werden. Auch ein "Hineinzoomen" soll möglich sein. Der Vorteil gegenüber anderen derartigen Systemen: Der End-User benötigt kein zusätzliches Plug-In.

Touch-It-Express-Download

Dreidimensionales (2) -
Prototyp eines 3D-Browsers vorgestellt


"2Ce" heißt der Prototyp eines Browsers, basierend auf Microsofts Internet Explorer. Dieser "Brauser" kann 5 Webseiten gleichzeitig in Form eines Würfels darstellen und damit natürlich auch die visuelle Darstellung des Verlaufs einer Websitzung. Die einzelnen Seiten des Würfels bilden dabei die Webseiten ab. Der Entwickler dieses Browsers, Mike Rosen, Präsident und CEO von 2Ce (to see ausgesprochen), meint dazu: "So kann man viel mehr Inhalt auf einmal betrachten und auch der Kontext geht nicht verloren." 2001 soll der Browser dann kostenlos zum Download bereit stehen. Wer dann soviel Inhalt auf 1x verkraften kann?

2Ce

UMTS-Lizenzen gerade erst vergeben -
neue Konkurrenz schon da!


Während viele noch rätseln wie der Milliarden-Poker um die UMTS-Lizenzen auch wieder verdient werden soll, arbeiten andere daran, das Geschäft mit dem künftigen UMTS-Mobilfunk möglichst gründlich zu verderben. Deutsche Universitäten errichten derzeit mit Unterstützung des Forschungsministeriums drahtlose lokale Netzwerke, sogenannte Wireless Local Area Networks (WLAN), aufgebaut auf extrem leistungsfähigen Minisendern. Die dabei erzielte Übertragungsgeschwindigkeit liegt mit 11 Mbit/s derzeit mehr als fünf Mal so hoch wie beim geplanten UMTS-Mobilfunk. Die Studenten könnten also drahtlos per Mobilcomputer auf das vorhandene Uni-Rechenzentrum und das Internet zugreifen. Auf diese Art wäre es möglich ein offenes, rasch wachsendes Netzwerk kleinerer und kleinster Anbieter zu etablieren. Vorreiter ist wieder einmal die USA: Firmen wie Wayport und Aerzone vernetzen gerade Flughäfen, Hotels und Einkaufszentren mit derartigen WLAN-Stationen. Belebt Konkurrenz das UMTS-Geschäft?

Uni Rostok
Wayport´s Vernetzung

ZAP2WAP -
Automatische Konvertierung von HTML in WML?


Dies verspricht das Programm "ZAP2WAP" der indischen Software-Firma Jataayu, einer Tochter von Integra MicroSystems. Mit Hilfe dieses Tools soll man quasi vollautomatisch HTML-Seiten in WML-Seiten für das "mobile Internet" gebacken bekommen. Die Umwandlung erfolgt "on the fly", direkt nach der Anforderung des Users. Dabei soll es genügen wenige Parameter einzustellen, wie etwa Grafikübermittlung ja oder nein. Unterschieden wird auch noch nach den Spezifikationen des jeweiligen Handyherstellers. Sodann werden die Seitendaten am WAP-Server gespeichert, ebenso wie die Parameter des Users. Diese Seiten sind über eine eigene URL abrufbar. Jataayu vertreibt diverse WAP-Gateways und Server sowie WAP Browser für Palm-Geräte. Natürlich ist alles nur nach den Wireless Markup Language-Regeln darstellbar. Das bedeutet auch: Kein Javascript.

ZAP2WAP by Jataayu

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